Dieser vegane Borschtsch ist eine herzhafte Rote-Bete-Suppe mit Kartoffeln, Weißkohl, Sauerkraut, Kidneybohnen und Tomaten. Dill, Petersilie und Lorbeer geben dem großen Topf zusätzlich Aroma, während Sauerkraut eine leicht säuerliche Note mitbringt.
Das Rezept ergibt sechs großzügige Portionen und eignet sich sehr gut zum Vorkochen. Wie bei vielen Eintöpfen schmeckt Borschtsch nach etwas Zeit sogar besonders aromatisch.
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Meine vegane Familienversion von Borschtsch
Borschtsch kenne ich seit meiner Kindheit. Bei uns zu Hause gab es die Suppe häufig, weil sich davon unkompliziert ein großer Topf kochen ließ und viele Zutaten aus dem Garten kamen.
In meiner Familie wurde Borschtsch ursprünglich mit Fleischbrühe gekocht. Als ich kein Fleisch mehr essen wollte, hat meine Mutter das Rezept für mich mit Gemüsebrühe zubereitet. Genau daraus hat sich diese vegane Variante entwickelt.
Borschtsch wird in verschiedenen Ländern Osteuropas und in vielen Familien unterschiedlich gekocht. Es gibt deshalb nicht nur eine einzige Zutatenliste. Diese Version mit Sauerkraut und Kidneybohnen ist meine persönliche Familienvariante.
Was gehört in diesen veganen Borschtsch?
Rote Bete bildet zusammen mit Kartoffeln, Weißkohl und Tomaten die Grundlage. Dazu kommen Karotten, Sauerkraut, Kidneybohnen, Zwiebel und Knoblauch.
Tomatenmark wird vor dem Aufgießen kurz angeröstet. Dill, Petersilie und Lorbeer sorgen anschließend für die typische kräftige Würze.
Kidneybohnen gehören nicht in jede Borschtsch-Version, passen für mich aber sehr gut in die vegane Variante und machen die Suppe etwas gehaltvoller.
Frische Rote Bete richtig vorbereiten
Für dieses Rezept wird rohe Rote Bete geschält und grob geraspelt. Dadurch muss sie nicht separat vorgekocht werden und gart deutlich schneller als eine ganze Knolle.
Rote Bete färbt Hände, Kleidung und Schneidebretter stark. Wer Verfärbungen vermeiden möchte, kann beim Schälen und Reiben Küchenhandschuhe tragen.
Warum kommt Sauerkraut in den Borschtsch?
Sauerkraut gibt der Suppe eine deutliche, aber angenehme Säure. Dadurch wird der erdige Geschmack der Roten Bete ausgeglichen.
Wenn du kein Sauerkraut verwenden möchtest, kannst du die 100 g einfach durch weitere 100 g Weißkohl ersetzen. Der Borschtsch schmeckt dann milder und weniger säuerlich.
Welche Kidneybohnen eignen sich?
Für die schnelle Variante verwende ich bereits gegarte Kidneybohnen aus der Dose. Etwa 250 g Abtropfgewicht passen gut in den großen Topf.
Die Bohnen werden erst gegen Ende hinzugefügt, weil sie bereits gar sind und lediglich heiß werden müssen.
Wenn du selbst gekochte und eingefrorene Kidneybohnen verwendest, kannst du sie ebenfalls direkt gegen Ende der Garzeit in die Suppe geben.
Wie viel Flüssigkeit braucht Borschtsch?
Für die angegebenen Gemüsemengen sind etwa 1,5 Liter Gemüsebrühe ein guter Ausgangspunkt. Zusammen mit den stückigen Tomaten entsteht daraus ein großer Topf Suppe für sechs Portionen.
Das Gemüse sollte fast vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sein. Falls dein Topf sehr breit ist oder das Gemüse größer ausfällt, kannst du zusätzlich etwas heißes Wasser ergänzen.
Besonders gerne verwende ich meine selbst gemachte Gemüsebrühe. Alternativ kannst du meine Gemüsebrühe-Paste verwenden und entsprechend mit Wasser verdünnen.
Tomatenmark vorher anrösten
Das Tomatenmark sollte kurz in der Margarine angeröstet werden, bevor Flüssigkeit dazukommt. Eine Minute bei mittlerer bis etwas höherer Hitze reicht aus.
Sehr hohe Hitze über längere Zeit würde das Tomatenmark schnell verbrennen und bitter machen.
Wann kommen Dill und Petersilie in die Suppe?
Frische Kräuter gebe ich erst gegen Ende der Garzeit in den Borschtsch. Dadurch bleibt ihr Aroma besser erhalten.
Ein kleiner Teil von Dill und Petersilie kann zusätzlich zum Servieren zurückbehalten werden.
Die Lorbeerblätter dürfen dagegen während der gesamten Kochzeit mitgaren und werden vor dem Servieren wieder entfernt.
Was passt zu Borschtsch?
Ein Klecks vegane Crème fraîche passt besonders gut zur säuerlich-herzhaften Suppe. Sie ist optional und nicht in den Nährwerten eingerechnet.
Dazu schmeckt frisches Brot, zum Beispiel mein veganes Joghurt-Brot.
Tipps für veganen Borschtsch
- Rote Bete raspeln: So wird sie deutlich schneller gar.
- Tomatenmark kurz anrösten: Das bringt mehr Geschmack in die Suppenbasis.
- Kartoffeln klein schneiden: Etwa 1,5 cm große Würfel sind nach rund 30 Minuten weich.
- Kidneybohnen erst spät hinzufügen: Vorgegarte Bohnen müssen nur erhitzt werden.
- Kräuter erst am Ende ergänzen: Dill und Petersilie behalten so mehr Aroma.
- Am nächsten Tag erneut abschmecken: Während des Durchziehens kann sich die Balance von Salz und Säure verändern.
Kann ich Borschtsch vorbereiten?
Ja, Borschtsch eignet sich hervorragend zum Vorkochen. Du kannst den kompletten Topf am Vortag zubereiten, abkühlen lassen und anschließend im Kühlschrank aufbewahren.
Beim erneuten Erwärmen gegebenenfalls etwas Gemüsebrühe oder Wasser ergänzen, falls die Suppe stark eingedickt ist.
Kann ich Borschtsch einfrieren?
Ja. Die Suppe lässt sich portionsweise einfrieren.
Die Kartoffeln können nach dem Auftauen etwas weicher werden, geschmacklich funktioniert der Borschtsch aber weiterhin gut.
Vegane Crème fraîche erst nach dem Auftauen und Erwärmen frisch dazugeben.
Aufbewahrung
Den fertigen Borschtsch nach dem Kochen zügig abkühlen lassen und gut verschlossen im Kühlschrank lagern. Innerhalb von etwa zwei bis drei Tagen verbrauchen.
Beim Aufwärmen die gewünschte Portion vollständig durcherhitzen.
Ist Borschtsch glutenfrei?
Die Hauptzutaten enthalten kein glutenhaltiges Getreide, trotzdem kennzeichne ich das Rezept nicht pauschal als glutenfrei.
Bei medizinisch notwendiger glutenfreier Ernährung sollten insbesondere Gemüsebrühe beziehungsweise Brühenpaste, Sauerkraut, Tomatenprodukte und optionale vegane Crème fraîche anhand ihrer Kennzeichnung geprüft werden.
Ist der Borschtsch proteinreich?
Nein. Die Kidneybohnen liefern zwar zusätzliches Protein, eine Portion enthält aber nur ungefähr 8 g.
Der Borschtsch ist deshalb kein High-Protein-Gericht.
Häufige Fragen zu veganem Borschtsch
Muss Rote Bete vorgekocht werden?
Nein. In diesem Rezept wird rohe Rote Bete geraspelt und direkt im Topf gegart.
Kann ich das Sauerkraut weglassen?
Ja. Ersetze die 100 g Sauerkraut einfach durch 100 g zusätzlichen Weißkohl.
Kann ich andere Bohnen verwenden?
Ja. Weiße Bohnen oder andere bereits gegarte Bohnen funktionieren ebenfalls.
Warum schmeckt mein Borschtsch zu sauer?
Dann war das Sauerkraut möglicherweise besonders kräftig. Gib etwas zusätzliche Brühe hinzu oder gleiche die Säure mit einer kleinen Prise Zucker aus.
Warum ist mein Borschtsch zu dick?
Beim Kochen und späteren Abkühlen nehmen Kartoffeln und Gemüse Flüssigkeit auf. Einfach etwas Gemüsebrühe oder heißes Wasser ergänzen.
Schmeckt Borschtsch am nächsten Tag besser?
Er schmeckt auf jeden Fall anders und meist kräftiger. Während der Lagerung verbinden sich die Aromen von Roter Bete, Kohl, Tomaten und Kräutern weiter.
Rezept für veganen Borschtsch mit Sauerkraut und Kidneybohnen
Schwierigkeitsgrad: einfach
Menge: 6 Portionen
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Kochzeit: ca. 45 Minuten
Gesamtzeit: ca. 1 Stunde 15 Minuten
Nährwerte pro Portion (Näherungswerte):
230 kcal
33 g Kohlenhydrate
8 g Fett
8 g Protein
Die Nährwerte sind Näherungswerte für 1 von 6 Portionen ohne optionale vegane Crème fraîche und Brot. Berechnet wurde mit 250 g abgetropften Kidneybohnen und 50 g Margarine. Je nach Gemüsebrühe, Sauerkraut und verwendeten Produkten können die Werte abweichen.
Küchenutensilien
- Großer Kochtopf mit Deckel, mindestens ca. 5 Liter
- Schneidebrett
- Scharfes Messer
- Große Küchenreibe
- Sieb für die Kidneybohnen
Zutaten
- 300 g frische Rote Bete
- 150 g Karotten
- 300 g Weißkohl
- 100 g Sauerkraut, alternativ weitere 100 g Weißkohl
- 300 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
- 1 Dose stückige Tomaten, 400 g
- 1 Dose Kidneybohnen, ca. 250 g Abtropfgewicht
- 50 g vegane Margarine
- 50 g Tomatenmark
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1,5 Liter Gemüsebrühe
- 1 kleiner Bund Petersilie, ca. 20 g
- 1 kleiner Bund Dill, ca. 20 g
- 3 Lorbeerblätter
- Salz nach Geschmack
- schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- bis zu 250 ml heißes Wasser bei Bedarf
- eine kleine Prise Zucker zum Abschmecken (optional)
- vegane Crème fraîche zum Servieren (optional)
Zubereitung
- Gemüse vorbereiten: Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Karotten und Rote Bete schälen und grob raspeln. Weißkohl vom Strunk befreien und in kurze, feine Streifen schneiden. Kartoffeln schälen und in etwa 1,5 cm große Würfel schneiden.
- Zwiebeln anschwitzen: Die Margarine in einem großen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen. Zwiebel hinzufügen und etwa 4 Minuten glasig anschwitzen.
- Karotten anbraten: Die geraspelten Karotten dazugeben und etwa 3 bis 4 Minuten mitdünsten.
- Rote Bete und Knoblauch ergänzen: Rote Bete und Knoblauch hinzufügen und weitere etwa 3 Minuten unter gelegentlichem Rühren anschwitzen.
- Tomatenmark anrösten: Das Gemüse etwas zur Seite schieben. Tomatenmark auf die freie Topffläche geben und etwa 1 Minute anrösten. Anschließend mit dem Gemüse vermischen.
- Borschtsch ansetzen: Stückige Tomaten, Weißkohl, Sauerkraut, Kartoffeln und Lorbeerblätter in den Topf geben. 1,5 Liter Gemüsebrühe angießen und alles gründlich verrühren.
- Suppe köcheln lassen: Den Borschtsch aufkochen, anschließend die Hitze reduzieren und mit leicht geöffnetem Deckel etwa 25 bis 30 Minuten sanft köcheln lassen. Zwischendurch umrühren. Falls das Gemüse nicht mehr ausreichend mit Flüssigkeit bedeckt ist, etwas heißes Wasser ergänzen.
- Kräuter vorbereiten: Petersilie und Dill waschen, trocken schütteln und fein hacken. Einen kleinen Teil für die Garnitur zurückbehalten.
- Kräuter hinzufügen: Den Großteil von Petersilie und Dill in den Topf geben und den Borschtsch weitere etwa 5 Minuten sanft köcheln lassen.
- Kidneybohnen ergänzen: Kidneybohnen in einem Sieb abspülen und gut abtropfen lassen. In die Suppe geben und etwa 5 Minuten vollständig erhitzen.
- Abschmecken: Lorbeerblätter entfernen. Den Borschtsch mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken. Ist die Säure des Sauerkrauts sehr kräftig, nach Wunsch eine kleine Prise Zucker hinzufügen.
- Servieren: Den heißen Borschtsch auf sechs Schalen verteilen und mit den zurückbehaltenen frischen Kräutern garnieren. Nach Wunsch jeweils einen Klecks vegane Crème fraîche dazugeben.
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1 Kommentare
Wir kochen nach diesem Rezept schon das zweite Mal, es wird immer leckerer... Vielen Dank dafür!, Gruß, Sabine
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