Diese veganen Rettich-Dim-Sum ohne Reismehl sind eine unkomplizierte, chinesisch inspirierte Variante aus weißem Rettich, Weizenmehl und Frühlingszwiebeln. Kleine Portionen der Rettichmasse werden direkt in Sesamöl gebraten, bis sie außen goldbraun und knusprig sind.
Anders als klassischer kantonesischer Rettichkuchen wird diese Version nicht zuerst gedämpft und verwendet Weizenmehl statt Reismehl. Technisch sind es deshalb eher knusprige Rettich-Pfannentaler, inspiriert von Dim Sum.
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Was sind diese Rettich-Dim-Sum?
Dim Sum bezeichnet eine große Vielfalt kleiner Gerichte aus der chinesischen Küche. Eine bekannte Variante mit Rettich ist der kantonesische Rettichkuchen Lo Bak Go.
Klassischer Lo Bak Go wird normalerweise mit Reismehl hergestellt, gedämpft und nach dem Abkühlen häufig in Scheiben angebraten. Bei diesem Rezept wird dagegen ein weizenbasierter Rettichteig direkt portionsweise in der Pfanne ausgebacken.
Das Ergebnis ist daher keine traditionelle Version, sondern eine einfache vegane Interpretation mit knuspriger Außenseite und weicherem Inneren.
Welcher Rettich eignet sich?
Am besten eignet sich weißer Rettich beziehungsweise Daikon. Er lässt sich gut raspeln und wird beim kurzen Garen weich.
Der geraspelte Rettich wird mit etwas Wasser vorgegart. Einen Teil der verbleibenden Kochflüssigkeit verwenden wir später für den Teig. Dadurch bleibt die Masse saftig und lässt sich gut portionsweise ausbacken.
Warum muss der Teig ruhen?
Das Weizenmehl wird zunächst mit Wasser vermischt und anschließend ruhen gelassen. Während dieser Zeit kann das Mehl die Flüssigkeit vollständig aufnehmen.
Weil keine Hefe enthalten ist, muss der Teig nicht „gehen“. Ruhen ist hier die technisch passendere Bezeichnung.
So werden die Rettich-Taler knusprig
- Nicht zu dick portionieren: Flachere Taler garen gleichmäßiger durch.
- Pfanne gut vorheizen: So beginnt die Oberfläche direkt zu bräunen.
- Mittlere Hitze verwenden: Bei zu hoher Temperatur wird die Außenseite dunkel, bevor das Innere gar ist.
- Nicht ständig bewegen: Erst wenden, wenn die Unterseite stabil und gebräunt ist.
- Sesamöl portionsweise verwenden: Bei mehreren Bratdurchgängen jeweils nur wenig Öl nachgeben.
Rezept für vegane Rettich-Dim-Sum ohne Reismehl
Aus geraspeltem Rettich, Weizenmehl und Frühlingszwiebeln entstehen etwa 25 kleine Pfannentaler. Als Snack oder Teil einer Mahlzeit ergibt das ungefähr fünf Portionen mit je fünf Talern.
Schwierigkeitsgrad: einfach
Menge: ca. 25 Taler / 5 Portionen
Vorbereitung: 20 Minuten
Ruhezeit: 75 Minuten
Koch- und Bratzeit: ca. 35 Minuten
Gesamtzeit: ca. 2 Stunden 10 Minuten
Nährwerte pro Portion
Die Nährwerte sind Näherungswerte für fünf Taler beziehungsweise ein Fünftel des Rezepts. Berechnet wurde mit insgesamt etwa 3 EL Sesamöl zum Braten.
- Kalorien: ca. 390 kcal
- Kohlenhydrate: ca. 66 g
- Fett: ca. 10 g
- Protein: ca. 10 g
Küchenutensilien
- Küchenreibe
- 2 mittelgroße Schüsseln
- mittelgroßer Topf
- große beschichtete Pfanne
- Pfannenwender
- kleine Schöpfkelle oder großer Esslöffel
Zutaten
- 420 g Weizenmehl Type 550
- 220 ml Wasser für den Grundteig
- 600 g weißer Rettich oder Daikon
- 200 ml Wasser zum Vorgaren des Rettichs
- 3 Frühlingszwiebeln (ca. 60 g)
- 1 1/2 TL Salz
- ca. 3 EL Sesamöl zum Braten
Zubereitung
- Grundteig anrühren: Weizenmehl, 220 ml Wasser und 1 TL Salz in einer Schüssel gründlich miteinander vermischen und zu einem glatten, festen Teig verkneten.
- Teig ruhen lassen: Den Teig abdecken und zunächst 15 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.
- Teig erneut kneten: Den Teig noch einmal kurz durchkneten, wieder abdecken und weitere 60 Minuten ruhen lassen.
- Rettich vorbereiten: Während der Teig ruht, den Rettich schälen und grob raspeln.
- Rettich vorgaren: Rettich zusammen mit 200 ml Wasser und 1/2 TL Salz in einen Topf geben. Aufkochen und etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze offen köcheln lassen, bis der Rettich weicher ist.
- Kochflüssigkeit auffangen: Den Rettich in ein Sieb geben und die verbliebene Flüssigkeit auffangen. Den Rettich einige Minuten abkühlen lassen.
- Frühlingszwiebeln schneiden: Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden.
- Rettichteig herstellen: Den geruhten Teig, vorgegarten Rettich und Frühlingszwiebeln gründlich vermengen. Nach und nach etwa 100–150 ml der aufgefangenen Rettichflüssigkeit einarbeiten, bis eine dicke, klebrige und mit einem Löffel portionierbare Masse entstanden ist.
- Pfanne erhitzen: Etwas Sesamöl in einer großen beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen.
- Taler portionieren: Pro Taler eine kleine Schöpfkelle oder etwa 2 gehäufte Esslöffel Masse in die Pfanne geben und auf ungefähr 1 cm Dicke flach drücken.
- Erste Seite braten: Die Rettich-Taler etwa 3–4 Minuten braten, bis die Unterseite goldbraun und stabil ist.
- Wenden: Vorsichtig mit einem Pfannenwender drehen und die zweite Seite ebenfalls etwa 3–4 Minuten braten.
- Restliche Taler ausbacken: Die fertigen Taler aus der Pfanne nehmen und mit der restlichen Masse ebenso verfahren. Bei Bedarf portionsweise weiteres Sesamöl hinzufügen.
Kann ich Reismehl statt Weizenmehl verwenden?
Nicht einfach im Verhältnis 1:1 in dieser Zubereitung. Reismehl verhält sich anders als Weizenmehl und bildet kein vergleichbares Klebergerüst.
Klassische kantonesische Rettichkuchen werden zwar mit Reismehl hergestellt, der Teig wird aber normalerweise zunächst gedämpft und fest werden gelassen, bevor er in Scheiben angebraten wird. Wer diese Variante ausprobieren möchte, sollte deshalb eine dafür ausgelegte Lo-Bak-Go-Rezeptur verwenden.
Kann ich die Rettich-Taler zusätzlich dämpfen?
Grundsätzlich ja, dadurch verändert sich aber die Zubereitung. Die hier beschriebene Version ist speziell für das direkte Ausbacken in der Pfanne gedacht.
Bei einer gedämpften Variante müsste insbesondere das Verhältnis von Rettich, Mehl, Stärke und Flüssigkeit angepasst werden.
Welche Sauce passt dazu?
Zu den herzhaften Rettich-Talern passen beispielsweise Chiliöl, eine süß-scharfe Sauce oder Sojasauce.
Wer das Grundgericht sojafrei halten möchte, wählt entsprechend eine sojafreie Dipsauce. Dips sind nicht in den angegebenen Nährwerten enthalten.
Warum sind meine Rettich-Taler innen noch roh?
Meist sind sie zu dick oder die Pfanne ist zu heiß. Die Masse nur etwa 1 cm dick ausstreichen und bei mittlerer Hitze langsam bräunen.
Wird die Oberfläche bereits dunkel, bevor die Mitte gar ist, die Hitze reduzieren und die Taler etwas länger braten.
Kann ich die Rettich-Dim-Sum vorbereiten?
Ja. Die fertig gebratenen Taler lassen sich gut vorbereiten und später erneut in einer Pfanne erhitzen.
Die ungebratene Rettichmasse sollte dagegen wegen des enthaltenen Gemüses nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen.
Aufbewahrung
Vollständig abgekühlte Rettich-Taler in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von etwa 2 bis 3 Tagen verbrauchen.
Zum Aufwärmen am besten erneut einige Minuten in einer heißen Pfanne braten. Dadurch wird die Oberfläche wieder knuspriger.
Häufige Fragen
Sind diese Rettich-Dim-Sum traditionell chinesisch?
Nein. Das Rezept ist von chinesischen Rettichgerichten und Dim Sum inspiriert, verwendet aber Weizenmehl und wird direkt portionsweise gebraten.
Ist das Rezept glutenfrei?
Nein. Das Grundrezept enthält 420 g Weizenmehl und damit Gluten.
Ist das Rezept vegan?
Ja. Rettich, Weizenmehl, Frühlingszwiebeln und Sesamöl sind pflanzliche Zutaten.
Ist das Rezept sojafrei?
Das Grundrezept enthält kein Soja. Wenn Sojasauce als Dip verwendet wird, gilt das natürlich nicht mehr.
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