Karottenbrot mit wenig Hefe – 48 Stunden Gehzeit

Dieses Karottenbrot wird mit nur 2 g frischer Hefe zubereitet und darf anschließend 48 Stunden im Kühlschrank gehen. Geraspelte Möhren halten die Krume saftig, während Weizenmehl und Dinkelvollkornmehl für Struktur und einen kräftigeren Geschmack sorgen.

Die aktive Arbeit ist überschaubar, die lange kalte Gare braucht aber Planung. Nach der Kühlschrankgare bekommt der Teig weitere 90 Minuten bei Raumtemperatur und wird anschließend im vorgeheizten Topf gebacken.

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Warum kommt das Karottenbrot mit so wenig Hefe aus?

Die lange Gehzeit gibt der kleinen Hefemenge ausreichend Zeit, den Teig zu lockern. Für 480 g Mehl werden deshalb nur 2 g frische Hefe verwendet.

Der Teig kommt direkt nach dem Kneten für 48 Stunden in den Kühlschrank. Bei dieser langsamen Fermentation entwickeln sich mit der Zeit zusätzliche Aromastoffe. Das Brot bekommt dadurch trotz der kurzen Zutatenliste einen komplexeren Geschmack.

Wichtig ist eine zuverlässige Kühlschranktemperatur von ungefähr 4 bis 6 °C. Ist der Kühlschrank deutlich wärmer, kann der Teig während der langen Gare schneller überreifen.

Was bringt eine lange Gehzeit?

Eine lange Fermentation beeinflusst Geschmack, Teigstruktur und die Zusammensetzung bestimmter Kohlenhydrate. Hefen können während der Fermentation unter anderem einen Teil der im Getreide enthaltenen Fruktane abbauen.

Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt jedoch von Mehl, Hefestamm, Temperatur und Dauer der Fermentation ab. Deshalb ist dieses Karottenbrot trotz 48 Stunden Gehzeit nicht automatisch Low FODMAP und eine bessere individuelle Verträglichkeit lässt sich nicht pauschal versprechen.

Warum kommen Möhren ins Brot?

Geraspelte Möhren bringen zusätzliche Feuchtigkeit in den Teig und sorgen für eine saftige Krume. Gleichzeitig bleiben kleine orangefarbene Stückchen im fertigen Brot sichtbar.

Die Möhren werden roh fein geraspelt und direkt mit den übrigen Zutaten verknetet. Ein Vorkochen ist nicht nötig.

Welche Mehlsorten eignen sich?

Das Rezept kombiniert Weizenmehl Type 550 mit Dinkelvollkornmehl. Weizenmehl Type 550 liefert ein stabiles Klebergerüst, während das Vollkornmehl mehr Eigengeschmack mitbringt.

Weizenmehl Type 405 kann grundsätzlich ebenfalls funktionieren. Da Mehle unterschiedlich viel Wasser aufnehmen, solltest du bei einem Austausch jedoch nicht automatisch die gesamte Wassermenge auf einmal zugeben.

Wie feucht sollte der Teig sein?

Der Brotteig darf weich und leicht klebrig sein, sollte sich nach dem Kneten aber deutlich zusammenziehen und Struktur entwickeln. Neben den 320 g Wasser bringen auch die geraspelten Möhren zusätzliche Feuchtigkeit mit.

Deshalb das Wasser möglichst genau abwiegen und bei deutlich wasserreicheren Möhren gegebenenfalls zunächst einen kleinen Teil zurückhalten.

Warum wird der Teig gedehnt und gefaltet?

Ein Dehn-und-Falt-Vorgang während der ersten Hälfte der kalten Gare stärkt die Teigstruktur. Dabei wird der Teig an einer Seite vorsichtig hochgezogen und zur Mitte gefaltet. Das rundherum einige Male wiederholen.

Der Teig muss dafür nicht kräftig geknetet werden. Anschließend wird er wieder abgedeckt in den Kühlschrank gestellt.

Karottenbrot im Topf backen

Ein schwerer ofenfester Topf mit Deckel hält während der ersten Backphase den Wasserdampf des Teiges zurück. Dadurch bleibt die Oberfläche zunächst elastisch und das Brot kann im Ofen stärker aufgehen.

Für die letzte Backphase wird der Deckel entfernt. Dann kann Feuchtigkeit entweichen und die Kruste kräftig bräunen.

Der Topf muss vollständig ofenfest sein – einschließlich Deckel und Griffen.

Kann ich das Brot ohne Topf backen?

Ja. Das Brot kann auch frei auf einem vorgeheizten Backblech oder Backstein gebacken werden. Für ausreichend Dampf muss dann zu Beginn des Backens geschwadet werden.

Die Topf-Methode ist für dieses Rezept allerdings besonders unkompliziert, weil kein separates Bedampfen des Backofens nötig ist.

Tipps für das Karottenbrot

  • Fein geraspelte Möhren verwenden: Sie verteilen sich gleichmäßiger im Teig.
  • Für die lange Gare kühles bis lauwarmes Wasser verwenden: Sehr warmes Wasser beschleunigt die Fermentation unnötig.
  • Teig gut abdecken: Während der 48 Stunden im Kühlschrank darf die Oberfläche nicht austrocknen.
  • Zwischendurch einmal dehnen und falten: Das stärkt die Teigstruktur.
  • Beim Formen wenig Druck verwenden: So bleibt möglichst viel der während der Gare entstandenen Luft im Teig.
  • Topf gründlich vorheizen: Ein heißer Topf verbessert Ofentrieb und Krustenbildung.
  • Brot vollständig auskühlen lassen: Die Krume stabilisiert sich nach dem Backen noch.

Warum sollte Brot vor dem Anschneiden auskühlen?

Frisch aus dem Ofen ist die Krume noch nicht vollständig stabil. Beim Abkühlen verteilt sich Restfeuchtigkeit im Brot und die Struktur setzt sich.

Das Karottenbrot deshalb nach dem Backen aus dem Topf nehmen und auf einem Gitter mindestens eine Stunde auskühlen lassen. Wird es sehr heiß angeschnitten, kann die Krume klebrig oder zusammengedrückt wirken.

Aufbewahrung und Einfrieren

Das vollständig ausgekühlte Karottenbrot lässt sich gut einfrieren. Besonders praktisch ist es, das Brot vorher in Scheiben zu schneiden. So können später einzelne Scheiben entnommen und direkt getoastet werden.

Bei Raumtemperatur das Brot am besten in einem Brotkasten oder einer geeigneten Brotverpackung lagern. Wegen der Möhren enthält es relativ viel Feuchtigkeit und sollte nicht unnötig lange luftdicht bei Wärme aufbewahrt werden.

Häufige Fragen zum Karottenbrot

Kann ich Trockenhefe statt frischer Hefe verwenden?

Ja, allerdings ist die benötigte Menge sehr klein. Zwei Gramm frische Hefe entsprechen nur ungefähr 0,7 g Trockenhefe. Eine Feinwaage ist dafür hilfreich.

Muss der Teig wirklich 48 Stunden gehen?

Für dieses konkrete Rezept ist die lange kalte Gare Teil der Methode. Bei einer deutlich kürzeren Gehzeit müsste die Hefemenge angepasst werden und das Ergebnis würde sich verändern.

Kann ich das Dinkelvollkornmehl ersetzen?

Grundsätzlich ja. Ein anderes Vollkornmehl verändert jedoch Wasseraufnahme, Aroma und Teigstruktur. Die Flüssigkeitsmenge muss gegebenenfalls angepasst werden.

Ist das Brot Low FODMAP?

Das lässt sich aus der langen Gehzeit allein nicht ableiten. Fermentation kann Fruktane reduzieren, das Endprodukt wurde aber nicht auf seinen FODMAP-Gehalt analysiert.

Warum ist mein Brot flach geworden?

Mögliche Ursachen sind ein zu weicher Teig, zu lange beziehungsweise zu warme Gare oder zu wenig Teigspannung beim Formen. Auch ein nicht ausreichend vorgeheizter Topf kann den Ofentrieb reduzieren.

Rezept für Karottenbrot mit wenig Hefe und langer Gehzeit

Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel
Menge: 1 Brot, ca. 16 Scheiben
Aktive Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Kalte Gehzeit: 48 Stunden
Stückgare: 1 Stunde 30 Minuten
Backzeit: 50 Minuten
Abkühlzeit: mindestens 1 Stunde
Gesamtzeit: 51 Stunden 35 Minuten

Nährwerte pro Scheibe bei 16 Scheiben (Näherungswerte):
108 kcal
21 g Kohlenhydrate
0,5 g Fett
3,7 g Protein

Die Nährwerte sind Näherungswerte. Das gesamte Brot liefert ungefähr 1.725 kcal. Größe und Gewicht der einzelnen Scheiben sowie verwendete Mehle können die Werte leicht verändern.

Küchenutensilien

Zutaten

  • 200 g Möhren
  • 330 g Weizenmehl Type 550
  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 320 g kühles bis lauwarmes Wasser
  • 10 g Salz
  • 2 g frische Hefe

Zubereitung

  1. Möhren vorbereiten: Die Möhren waschen beziehungsweise schälen und fein raspeln.
  2. Hefe auflösen: Die frische Hefe im kühlen bis lauwarmen Wasser vollständig auflösen.
  3. Teig kneten: Weizenmehl, Dinkelvollkornmehl, Möhrenraspel und Salz in eine große Schüssel geben. Das Hefewasser hinzufügen und alles in der Küchenmaschine etwa 10 Minuten auf niedriger Stufe kneten, bis ein weicher, zusammenhängender Teig entstanden ist.
  4. 48 Stunden kalt gehen lassen: Den Teig in eine ausreichend große Schüssel geben und luftdicht beziehungsweise gut abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Bei etwa 4 bis 6 °C insgesamt 48 Stunden gehen lassen.
  5. Teig dehnen und falten: Innerhalb der ersten 24 Stunden den Teig einmal aus dem Kühlschrank nehmen. Mit leicht feuchten Händen an mehreren Seiten vorsichtig hochziehen und jeweils zur Mitte falten. Anschließend wieder abdecken und bis zum Ende der 48 Stunden kalt stellen.
  6. Brot formen: Den Teig nach 48 Stunden aus dem Kühlschrank nehmen. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit möglichst wenig Druck rund formen und mit dem Schluss nach oben in einen gut bemehlten Gärkorb legen.
  7. Stückgare: Das Brot abgedeckt etwa 90 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.
  8. Backofen und Topf vorheizen: Nach etwa 60 Minuten Stückgare den ofenfesten Topf samt Deckel in den Backofen stellen und den Ofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Topf und Ofen etwa 30 Minuten vollständig aufheizen lassen.
  9. Brot einschneiden: Den Teig vorsichtig aus dem Gärkorb auf Backpapier oder Dauerbackfolie stürzen. Die Oberfläche mit einer scharfen Klinge etwa 1 cm tief einschneiden.
  10. Mit Deckel backen: Den heißen Topf vorsichtig aus dem Backofen nehmen. Den Teig mithilfe des Backpapiers beziehungsweise der Dauerfolie hineinsetzen, den Deckel schließen und die Temperatur auf 230 °C reduzieren. Das Brot 40 Minuten mit Deckel backen.
  11. Kruste ausbacken: Den Deckel vorsichtig entfernen. Die Temperatur auf 220 °C reduzieren und das Brot weitere etwa 10 Minuten ohne Deckel backen, bis die Kruste kräftig gebräunt ist.
  12. Brot auskühlen lassen: Das fertige Karottenbrot aus dem Topf nehmen und auf einem Kuchengitter mindestens 1 Stunde vollständig auskühlen lassen, bevor es angeschnitten wird.

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4 Kommentare

  1. tolles rezept für ein sehr leckeres brot - danke dafür

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  3. Das Karottenbrot ist sehr, sehr lecker! Tolles Rezept!

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