Diese veganen Kürbis-Gnocchi werden aus gebackenem Hokkaido, mehligkochenden Kartoffeln und Weizenmehl selbst gemacht. Nach dem Kochen kommen die Gnocchi direkt in eine Pfanne mit veganer Butter und frischem Salbei und werden dort leicht goldbraun angebraten.
Selbst gemachte Gnocchi brauchen etwas Zeit, dafür lässt sich bei dieser Variante der Kürbis deutlich herausschmecken. Das Backen des Hokkaido und das Dämpfen der Kartoffeln sorgen dafür, dass möglichst wenig zusätzliche Feuchtigkeit in den Teig gelangt.
Direkt zum Rezept für vegane Kürbis-Gnocchi springen
Warum Kürbis-Gnocchi mit Kartoffeln?
Die Kombination aus Kartoffeln und Hokkaido ergibt einen Teig, der sich leichter formen lässt als Gnocchi nur aus Kürbis. Kartoffeln bringen Stärke mit, während der Hokkaido Farbe und einen mild-süßlichen Kürbisgeschmack liefert.
Ich verwende bewusst beide Zutaten. Dadurch schmecken die Gnocchi weiterhin nach klassischen Kartoffel-Gnocchi, bekommen aber gleichzeitig ihre herbstliche Kürbisnote.
Welcher Kürbis eignet sich für Gnocchi?
Für dieses Rezept verwende ich Hokkaido. Er lässt sich unkompliziert im Ofen backen und muss nicht geschält werden, wenn die Schale sauber und unbeschädigt ist.
Wichtig ist vor allem, den Kürbis nicht in Wasser zu kochen. Beim Backen verdampft ein Teil der Feuchtigkeit und das Fruchtfleisch wird konzentrierter. Dadurch braucht der spätere Gnocchi-Teig weniger Mehl.
Andere Kürbissorten können ebenfalls funktionieren, unterscheiden sich aber deutlich im Wassergehalt. Die benötigte Mehlmenge müsste dann angepasst werden.
Welche Kartoffeln eignen sich für Gnocchi?
Mehligkochende Kartoffeln sind für diese Kürbis-Gnocchi die verlässlichste Wahl. Sie enthalten viel Stärke und ergeben nach dem Garen eine trockene, lockere Kartoffelmasse.
Je weniger Feuchtigkeit Kartoffeln und Kürbis in den Teig bringen, desto weniger Mehl ist später notwendig. Zu viel Mehl kann die fertigen Gnocchi fest und kompakt machen.
Kartoffeln stampfen statt pürieren
Kartoffeln sollten für Gnocchi nicht mit einem Mixer püriert werden. Durch die intensive mechanische Bearbeitung kann die Kartoffelmasse sehr klebrig werden.
Ich stampfe die gedämpften Kartoffeln deshalb mit einem Kartoffelstampfer. Noch feiner funktioniert eine Kartoffelpresse.
Der gebackene Kürbis darf dagegen fein püriert werden.
Wie viel Mehl brauchen Kürbis-Gnocchi?
Für 500 g gebackenen Hokkaido und 300 g Kartoffeln verwende ich zunächst 250 g Weizenmehl Type 550.
Wie viel Mehl tatsächlich notwendig ist, hängt davon ab, wie trocken Kürbis und Kartoffeln nach dem Garen sind. Der Teig darf noch weich sein, sollte sich aber mit leicht bemehlten Händen zu Rollen formen lassen.
Ist er nach dem Einarbeiten der 250 g Mehl noch ausgesprochen klebrig, kannst du esslöffelweise weiteres Mehl ergänzen. Insgesamt würde ich möglichst nicht mehr als zusätzliche 50 g einarbeiten.
Je weniger zusätzliches Mehl benötigt wird, desto zarter bleiben die Gnocchi.
Gnocchi-Teig nicht zu lange kneten
Der Teig sollte nur so lange verarbeitet werden, bis Kartoffeln, Kürbis und Mehl gerade eben zusammenhalten.
Langes und kräftiges Kneten ist bei Gnocchi nicht hilfreich. Es führt eher dazu, dass der Teig klebriger beziehungsweise die fertigen Gnocchi fester werden.
Deshalb das Mehl zunächst mit einem Teigschaber oder den Händen locker einarbeiten und anschließend nur kurz zu einem zusammenhängenden Teig formen.
So werden die Kürbis-Gnocchi geformt
Der fertige Teig wird in mehrere Portionen geteilt und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu ungefähr 2 cm dicken Rollen geformt.
Diese Rollen anschließend mit einem scharfen Messer in etwa 2 cm große Stücke schneiden.
Das typische Rillenmuster ist optional. Du kannst die Teigstücke über die Zinken einer Gabel rollen oder sie einfach glatt lassen. Geschmacklich macht das keinen Unterschied.
Woran erkenne ich, dass die Gnocchi gar sind?
Die Gnocchi werden portionsweise in leicht siedendem Salzwasser gegart. Sobald sie an die Oberfläche steigen, noch etwa 30 Sekunden ziehen lassen und anschließend mit einer Schaumkelle herausnehmen.
Das Wasser sollte nicht stark sprudelnd kochen. Eine zu kräftige Bewegung im Topf kann besonders weiche selbst gemachte Gnocchi beschädigen.
Erst ein Probe-Gnocchi kochen
Bevor die komplette Portion gekocht wird, lohnt sich ein einzelnes Probe-Gnocchi.
Bleibt es im Wasser stabil und hat nach dem Garen eine angenehme Konsistenz, kannst du mit der restlichen Masse weitermachen.
Zerfällt das Probe-Gnocchi, etwas zusätzliches Mehl in den Teig einarbeiten und erneut testen. So lässt sich vermeiden, dass eine ganze Portion im Kochwasser auseinanderfällt.
Salbeibutter für Kürbis-Gnocchi
Salbei und Kürbis passen besonders gut zusammen, weil die kräftige, herbe Würze des Salbeis einen Kontrast zur leichten Süße des Hokkaido bildet.
Für die Sauce wird vegane Butter langsam in einer großen Pfanne geschmolzen. Die Salbeiblätter kommen hinein und werden kurz gebraten, bis sie aromatisch und leicht knusprig sind.
Die frisch gekochten Gnocchi anschließend direkt in die Pfanne geben und einige Minuten anbraten.
Wie viel vegane Butter braucht man?
Das Originalrezept verwendet 125 g vegane Butter für vier Portionen. Dadurch wird das Gericht bewusst reichhaltig und die Gnocchi lassen sich portionsweise darin anbraten.
Wer weniger Sauce möchte, kann die Menge reduzieren. Die unten angegebenen Nährwerte beziehen sich jedoch auf die vollständigen 125 g.
Tipps für selbst gemachte Kürbis-Gnocchi
- Hokkaido backen statt kochen: Das reduziert zusätzliche Feuchtigkeit.
- Mehligkochende Kartoffeln verwenden: Sie ergeben eine trockenere Kartoffelmasse.
- Kartoffeln stampfen: Nicht im Mixer pürieren.
- Mehl sparsam dosieren: Zunächst 250 g und nur bei Bedarf mehr verwenden.
- Teig nicht lange kneten: Nur so lange bearbeiten, bis er zusammenhält.
- Probe-Gnocchi kochen: So kannst du die Teigkonsistenz prüfen.
- Wasser nur sanft sieden lassen: Starkes Kochen kann die Gnocchi beschädigen.
- Gnocchi nach dem Kochen gut abtropfen lassen: Dann bräunen sie in der Salbeibutter besser.
Kann ich nur Kürbis und keine Kartoffeln verwenden?
Technisch ist das möglich, aber es ist nicht dieselbe Rezeptur. Reines Kürbispüree enthält je nach Kürbis deutlich mehr Feuchtigkeit als die Kartoffel-Kürbis-Mischung.
Dadurch wird meist mehr Mehl benötigt und die Konsistenz verändert sich. Für diese Version würde ich deshalb bei den 300 g Kartoffeln bleiben.
Kann ich die Kürbis-Gnocchi glutenfrei machen?
Nicht durch einen beliebigen 1:1-Austausch des Weizenmehls. Glutenfreie Mehle und Stärkemischungen binden Flüssigkeit unterschiedlich.
Für eine glutenfreie Version würde ich eine erprobte Gnocchi-Mischung aus beispielsweise Kartoffelstärke und glutenfreiem Mehl verwenden und die Menge neu an die Feuchtigkeit des Kürbispürees anpassen.
Die hier angegebene Grundversion enthält Weizen und ist deshalb nicht glutenfrei.
Kann ich Kürbis-Gnocchi vorbereiten?
Ja, die ungekochten Gnocchi können einige Stunden vorher geformt werden. Lege sie mit etwas Abstand auf ein gut bemehltes Brett und stelle sie kühl.
Für längere Vorbereitung ist Einfrieren praktischer.
Kann ich Kürbis-Gnocchi einfrieren?
Ja. Die ungekochten Gnocchi zunächst einzeln auf einem Brett oder Tablett einfrieren.
Sobald sie vollständig gefroren sind, können sie gemeinsam in einen Gefrierbehälter umgefüllt werden. Zum Kochen direkt gefroren ins siedende Wasser geben und nicht vorher auftauen.
Aufbewahrung
Bereits gekochte Gnocchi gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und möglichst innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen.
Zum Aufwärmen eignen sie sich besonders gut für die Pfanne. Dort können sie erneut leicht knusprig gebraten werden.
Häufige Fragen zu Kürbis-Gnocchi
Warum ist mein Gnocchi-Teig so klebrig?
Meist enthalten Kürbis oder Kartoffeln noch relativ viel Feuchtigkeit. Lass die Masse kurz ausdampfen und gib anschließend nur esslöffelweise zusätzliches Mehl dazu.
Warum werden meine Gnocchi hart?
Zu viel Mehl und zu langes Kneten sind häufige Ursachen. Der Teig darf weich bleiben und sollte nur kurz verarbeitet werden.
Muss ich Hokkaido schälen?
Nein. Die Schale wird beim Backen weich und kann mitverarbeitet werden. Den Kürbis vorher gründlich waschen.
Warum zerfallen meine Gnocchi im Wasser?
Dann ist der Teig wahrscheinlich zu weich. Koche zunächst immer ein Probe-Gnocchi und arbeite bei Bedarf etwas zusätzliches Mehl ein.
Kann ich die Gnocchi auch ohne Salbeibutter essen?
Ja. Sie passen beispielsweise auch zu einer cremigen Spinatsoße, einer Pilzsauce oder einfach etwas Olivenöl und Kräutern.
Rezept für vegane Kürbis-Gnocchi mit Salbeibutter
Schwierigkeitsgrad: mittel
Menge: 4 Portionen
Vorbereitungszeit: ca. 40 Minuten
Koch-, Back- und Bratzeit: ca. 50 Minuten
Gesamtzeit: ca. 1 Stunde 30 Minuten
Nährwerte pro Portion (Näherungswerte):
580 kcal
75 g Kohlenhydrate
26 g Fett
10 g Protein
Die Nährwerte sind Näherungswerte für 1 von 4 Portionen und wurden mit 250 g Weizenmehl und 125 g veganer Butter berechnet. Wird zusätzliches Mehl benötigt, erhöhen sich Kalorien und Kohlenhydrate entsprechend.
Küchenutensilien
- Backblech
- Backpapier oder Dauerbackmatte
- Topf mit Dämpfeinsatz
- Kartoffelstampfer oder Kartoffelpresse
- Pürierstab oder Mixer für den Kürbis
- Großer Topf für die Gnocchi
- Schaumkelle
- Große Pfanne
- Schneidebrett und Messer
Zutaten für die Kürbis-Gnocchi
- 500 g Hokkaido-Kürbis, entkernt
- 300 g mehligkochende Kartoffeln
- 250 g Weizenmehl Type 550
- bis zu 50 g zusätzliches Weizenmehl nur bei Bedarf und für die Arbeitsfläche
- 1 TL Salz
- ½ TL frisch geriebene Muskatnuss
Für die Salbeibutter
- 125 g vegane Butter
- 1 Handvoll frische Salbeiblätter, ca. 15 g
- Salz nach Geschmack
Zubereitung
- Backofen vorheizen: Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Kürbis vorbereiten: Hokkaido gründlich waschen, halbieren und Kerne sowie faseriges Inneres entfernen. 500 g Kürbis mit Schale in etwa 2 bis 3 cm große Stücke schneiden und auf einem Backblech verteilen.
- Kürbis backen: Die Kürbisstücke etwa 20 bis 25 Minuten backen, bis sie vollständig weich sind und an den Rändern leicht trockener wirken.
- Kartoffeln dämpfen: Während der Kürbis backt, Kartoffeln schälen und in gleich große Stücke schneiden. In einem Dämpfeinsatz etwa 18 bis 20 Minuten garen, bis sie vollständig weich sind.
- Kürbis pürieren: Den gebackenen Kürbis in ein hohes Gefäß geben und möglichst fein pürieren. Anschließend einige Minuten offen ausdampfen lassen.
- Kartoffeln stampfen: Die heißen Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer fein zerdrücken oder durch eine Kartoffelpresse drücken. Nicht mit einem Mixer pürieren.
- Grundmasse herstellen: Kartoffeln und Kürbispüree miteinander vermischen. Salz und Muskatnuss hinzufügen und die Masse einige Minuten abkühlen beziehungsweise ausdampfen lassen, bis sie nur noch warm ist.
- Mehl einarbeiten: Zunächst 250 g Weizenmehl zur Kürbis-Kartoffel-Masse geben und vorsichtig einarbeiten. Nur so lange mischen, bis ein weicher, zusammenhängender Teig entsteht.
- Konsistenz prüfen: Ist der Teig noch so klebrig, dass er sich überhaupt nicht formen lässt, esslöffelweise zusätzliches Mehl einarbeiten. Insgesamt möglichst nicht mehr als weitere 50 g verwenden.
- Probe-Gnocchi kochen: Einen großen Topf mit Salzwasser zum Sieden bringen. Ein kleines Stück Teig zu einem Gnocchi formen und probeweise garen. Bleibt es stabil, kann der restliche Teig verarbeitet werden. Zerfällt es, etwas zusätzliches Mehl einarbeiten.
- Teig zu Rollen formen: Den Teig in etwa sechs Portionen teilen. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen und jede Portion vorsichtig zu einer ungefähr 2 cm dicken Rolle formen.
- Gnocchi schneiden: Die Rollen mit einem scharfen Messer in etwa 2 cm breite Stücke schneiden. Nach Wunsch jedes Stück vorsichtig über die Zinken einer Gabel rollen.
- Gnocchi bereitlegen: Die geformten Gnocchi mit etwas Abstand auf ein leicht bemehltes Brett oder Backblech legen, damit sie nicht zusammenkleben.
- Gnocchi kochen: Die Gnocchi portionsweise in das nur leicht siedende Salzwasser geben. Sobald sie an die Oberfläche steigen, noch etwa 30 Sekunden ziehen lassen und anschließend mit einer Schaumkelle herausnehmen.
- Salbeibutter vorbereiten: Parallel die vegane Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Salbeiblätter dazugeben und etwa 1 bis 2 Minuten braten, bis sie aromatisch und leicht knusprig sind.
- Gnocchi anbraten: Die gekochten Gnocchi gut abtropfen lassen und portionsweise direkt in die Salbeibutter geben. Je Portion etwa 3 bis 5 Minuten braten, bis einige Seiten leicht goldbraun sind.
- Servieren: Alle gebratenen Gnocchi zurück in die Pfanne geben, vorsichtig mit der Salbeibutter vermischen und nach Geschmack mit etwas Salz abschmecken. Sofort heiß servieren.
Wenn dir dieses Rezept gefällt und du auf Instagram aktiv bist, freue ich mich, wenn du mich mit @meineLieblingskueche oder #meineLieblingskueche verlinkst.
0 Kommentare
Du hast Anregungen, Tipps, Feedback oder möchtest einfach deine Erfahrung teilen? Dann hinterlasse hier ein Kommentar! Ich werde zeitnah alle deine Fragen beantworten :)