Ist Honig vegan? Herstellung, Bio-Honig & Bienenwohl

Honig gilt nach der üblichen Definition von Veganismus nicht als vegan, weil er von Tieren produziert und ihnen zur menschlichen Nutzung entnommen wird. Ob man Honig persönlich trotzdem für ethisch vertretbar hält, ist eine weitergehende Frage, bei der Haltungsform, Imkereipraxis und die eigene ethische Position eine Rolle spielen.

Auch aus naturwissenschaftlicher Sicht ist Honig interessant: Bienen sammeln Nektar oder Honigtau, verändern ihn enzymatisch und entziehen ihm im Stock einen großen Teil des Wassers. Das fertige Lebensmittel besteht überwiegend aus Zucker und Wasser.

Dieser ursprünglich 2013 veröffentlichte Beitrag wurde im Oktober 2026 grundlegend überarbeitet. Aussagen zur Honigherstellung, Ernährung, Bio-Imkerei, Bestäubung und zum Wohlergehen von Bienen wurden anhand aktueller wissenschaftlicher Literatur und EU-Vorschriften überprüft.

Wie entsteht Honig?

Honig entsteht aus Blütennektar oder Honigtau, den Honigbienen sammeln, enzymatisch verändern und durch Wasserentzug konzentrieren.

Arbeiterinnen nehmen den Nektar mit ihrem Saugrüssel auf. Er gelangt zunächst in den sogenannten Honigmagen beziehungsweise die Honigblase. Diese dient dem Transport und ist vom eigentlichen Verdauungstrakt funktionell getrennt.

Schon während Transport und Weitergabe beginnen Enzyme der Bienen, die Zusammensetzung des Nektars zu verändern.

Im Bienenstock wird die Flüssigkeit zwischen Arbeiterinnen weitergegeben und anschließend in Wabenzellen eingelagert. Durch wiederholtes Verarbeiten und Ventilation des Stocks verdunstet Wasser.

Ist der Honig ausreichend konzentriert, werden die gefüllten Zellen mit Wachs verschlossen.

Wie viel Arbeit steckt in Honig?

Für Honig müssen Bienen sehr große Mengen Nektar sammeln und entsprechend viele Blüten besuchen.

Konkrete Angaben wie „mehrere Millionen Blüten pro Liter“ oder eine bestimmte Flugstrecke werden häufig zitiert. Solche Zahlen sind jedoch nur grobe Modellrechnungen: Nektarmenge, Zuckerkonzentration, Blütenart, Wetter und Flugdistanz unterscheiden sich erheblich.

Die seriösere Aussage lautet deshalb: Honig ist das Ergebnis der Sammelarbeit sehr vieler Arbeiterinnen und einer großen Zahl von Blütenbesuchen.

Blütenhonig und Honigtauhonig: Was ist der Unterschied?

Honig kann aus Blütennektar oder aus Honigtau entstehen.

Blütenhonig

Blütenhonig stammt überwiegend aus Nektar, den Pflanzen in ihren Blüten bereitstellen.

Je nach botanischer Herkunft unterscheiden sich:

  • Farbe,
  • Aroma,
  • Zuckerverteilung,
  • Kristallisationsverhalten und
  • Konsistenz.

Sortenbezeichnungen wie Akazien-, Raps- oder Lindenhonig beziehen sich darauf, dass der Honig überwiegend von einer bestimmten Pflanzenquelle geprägt ist.

Honigtauhonig

Honigtauhonig wird nicht hauptsächlich aus Blütennektar hergestellt.

Honigtau entsteht vor allem durch zuckerhaltige Ausscheidungen pflanzensaftsaugender Insekten wie Blatt- oder Schildläusen, die anschließend von Bienen gesammelt werden.

Waldhonig gehört häufig zu dieser Gruppe.

Woraus besteht Honig?

Honig besteht hauptsächlich aus Zucker und Wasser.

Nach der europäischen Honigrichtlinie müssen Blütenhonige im Allgemeinen mindestens 60 g Glucose und Fructose pro 100 g enthalten. Der Wassergehalt darf bei gewöhnlichem Honig normalerweise höchstens 20 % betragen.

Typische Analysen ergeben ungefähr:

  • rund 80 % verschiedene Zucker, vor allem Fructose und Glucose,
  • etwa 17 bis 20 % Wasser und
  • kleine Mengen organischer Säuren, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe, Pollenbestandteile und polyphenolischer Verbindungen.

Ist Honig reich an Vitaminen und Mineralstoffen?

Nein – jedenfalls nicht in ernährungsphysiologisch relevanten Mengen bei üblichem Verzehr.

Honig enthält messbare Mengen verschiedener Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und bioaktiver Pflanzenstoffe. Die Konzentrationen sind jedoch meist niedrig und unterscheiden sich deutlich je nach Herkunft.

Deshalb würde ich die alte Aussage, in Honig steckten „viele Vitamine und Mineralstoffe“, heute nicht mehr verwenden.

Honig ist in erster Linie ein Süßungsmittel und keine relevante Vitamin- oder Mineralstoffquelle.

Ist Honig gesünder als Zucker?

Honig enthält mehr verschiedene Begleitstoffe als raffinierter Haushaltszucker, besteht ernährungsphysiologisch aber trotzdem überwiegend aus freien Zuckern.

Die Weltgesundheitsorganisation zählt die natürlicherweise in Honig enthaltenen Zucker zu den freien Zuckern.

Das bedeutet nicht, dass Honig „ungesund“ oder verboten wäre. Es bedeutet lediglich, dass Honig nicht unbegrenzt gegessen werden sollte, nur weil er ein Naturprodukt ist.

Ein Teelöffel Honig kann geschmacklich eine gute Süßungsmöglichkeit sein – er wird dadurch aber nicht zu einem Multivitaminprodukt.

Hat Honig medizinische Wirkungen?

Bestimmte Eigenschaften von Honig werden medizinisch tatsächlich genutzt – daraus lassen sich aber nicht automatisch Gesundheitsversprechen für gewöhnlichen Speisehonig ableiten.

Bestimmte medizinische Honigprodukte werden beispielsweise in der Wundbehandlung eingesetzt. Dabei handelt es sich um standardisierte Medizinprodukte und nicht einfach um das Honigglas aus der Küche.

Für bestimmte Formen von akutem Husten gibt es ebenfalls Hinweise auf symptomlindernde Effekte von Honig.

Solche spezifischen Anwendungen sind etwas anderes als die pauschale Aussage, Honig sei generell ein besonders gesundes Lebensmittel.

Wichtig: Kein Honig für Babys unter zwölf Monaten

Kinder unter einem Jahr sollten keinen Honig bekommen.

Honig kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten. Bei Säuglingen können sich diese im Darm vermehren und Säuglingsbotulismus verursachen.

Deshalb gilt diese Empfehlung auch für kleine Mengen und für Honig in Speisen.

Nach dem ersten Geburtstag ist dieses spezielle Risiko für gesunde Kinder aufgrund der weiter entwickelten Darmflora wesentlich geringer.

Wie wird Honig geerntet?

Imkerinnen und Imker entnehmen reife Honigwaben aus dem Bienenvolk und entfernen die Wachsdeckel.

Beim verbreiteten Schleuderverfahren werden die Waben anschließend in einer Honigschleuder zentrifugiert. Der Honig tritt aus den Zellen aus, während die Wabenstruktur weitgehend erhalten bleibt.

Welche Methoden verwendet werden, um die Bienen von den Honigräumen zu entfernen, unterscheidet sich zwischen Betrieben. Zum Einsatz kommen beispielsweise Bienenfluchten, Abkehren, Abblasen oder Rauch.

Deshalb ist die pauschale Aussage, Bienen würden bei der Ernte zwangsläufig „in Angst versetzt“ oder in großer Zahl getötet, wissenschaftlich nicht sauber.

Wie bei jeder Haltung und Manipulation von Tieren bestehen jedoch grundsätzlich Möglichkeiten für Stress, Verletzungen oder versehentliche Tötungen. Das konkrete Ausmaß hängt von der Imkereipraxis ab.

Was unterscheidet Bio-Honig von konventionellem Honig?

Bio-Honig wird nicht dadurch biologisch, dass die Bienen ausschließlich Bio-Blüten anfliegen. Das wäre bei frei fliegenden Tieren praktisch kaum vollständig kontrollierbar.

Stattdessen gelten in der EU konkrete Vorgaben für Standort, Haltung, Fütterung, Materialien und bestimmte Behandlungsmethoden.

Standort der Bienenstöcke

Im Umkreis von drei Kilometern sollen Nektar- und Pollenquellen im Wesentlichen aus:

  • ökologisch bewirtschafteten Kulturen,
  • Wildpflanzen oder
  • Flächen mit geringer Umweltbelastung

bestehen.

Die Bienenstöcke müssen außerdem ausreichend weit von problematischen Verschmutzungsquellen entfernt sein.

Materialien

Die Bienenstöcke sollen grundsätzlich aus natürlichen Materialien bestehen, die Umwelt und Imkereiprodukte nicht kontaminieren.

Wachs für neue Mittelwände muss aus ökologischer Produktion stammen.

Flügel der Königin

Das Beschneiden der Flügel von Königinnen ist in der EU-Bio-Imkerei ausdrücklich verboten.

Die Behauptung aus meinem ursprünglichen Artikel, Königinnen würden „in der Regel“ die Flügel gestutzt, war als allgemeine Aussage nicht haltbar.

In konventioneller Imkerei unterscheiden sich solche Managementpraktiken je nach Betrieb und Region.

Wintervorräte und Zufütterung

Bio-Bienenvölker müssen am Ende der Produktionssaison über ausreichend Honig und Pollen verfügen, um den Winter zu überstehen.

Eine Zufütterung ist nach EU-Bio-Recht nur unter bestimmten Bedingungen vorgesehen, beispielsweise wenn das Überleben des Volkes gefährdet ist.

Dann dürfen unter anderem Bio-Honig, Bio-Zuckersirup oder Bio-Zucker eingesetzt werden.

Damit ist auch die alte Gegenüberstellung „Bio-Bienen behalten Honig, konventionelle Bienen bekommen nur Zuckerwasser“ zu pauschal.

Behandlung gegen Krankheiten und Parasiten

Bio-Imkerei bedeutet nicht, dass kranke Bienen grundsätzlich nur mit ätherischen Ölen behandelt werden dürfen.

Zur Bekämpfung der Varroamilbe sind nach EU-Recht beispielsweise Ameisensäure, Milchsäure, Essigsäure und Oxalsäure sowie bestimmte weitere Stoffe zugelassen.

Wenn ein Volk krank ist, muss es behandelt werden. Tiergesundheit geht auch in der Bio-Imkerei vor dem Prinzip, möglichst wenig Arzneimittel einzusetzen.

Wird Bio-Honig bei niedrigeren Temperaturen verarbeitet?

Eine pauschale besondere Niedrigtemperaturpflicht ist kein grundlegendes Unterscheidungsmerkmal von Bio-Honig.

Auch für konventionellen Honig gelten rechtliche Qualitätsanforderungen.

Nach der europäischen Honigrichtlinie darf Honig grundsätzlich nicht so stark erhitzt werden, dass seine natürlichen Enzyme zerstört oder wesentlich inaktiviert werden – mit speziellen Ausnahmen für Backhonig.

Die alte Aussage, nur Bio-Honig werde schonend bei niedrigen Temperaturen verarbeitet, würde ich deshalb nicht mehr verwenden.

Was bedeutet eigentlich „Bienensterben“?

Der Begriff ist unscharf, weil Honigbienen und Wildbienen unterschiedliche Situationen darstellen.

Honigbienen

Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) wird in Europa überwiegend als Nutztier gehalten und von Imkerinnen und Imkern betreut.

Bienenvölker können erhebliche Verluste erleiden – insbesondere durch die Varroamilbe und damit verbundene Viruserkrankungen.

Die Zahl gehaltener Honigbienenvölker ist jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Zustand der gesamten Bestäuberfauna.

Wildbestäuber

Viele wilde Bestäuberarten stehen unter erheblichem Druck.

Zu den wichtigen Einflussfaktoren zählen:

  • Verlust und Veränderung von Lebensräumen,
  • intensive Landwirtschaft,
  • Pestizide,
  • Umweltverschmutzung,
  • invasive Arten,
  • Krankheitserreger und
  • Klimawandel.

Neben Wildbienen gehören auch Schwebfliegen, Schmetterlinge, Käfer und weitere Tiere zu den Bestäubern.

Bestäuben Honigbienen 80 % unserer Nutzpflanzen?

So lässt sich das nicht korrekt sagen.

Nach Angaben der FAO profitieren ungefähr 75 % der weltweit wichtigsten Nutzpflanzenarten zumindest teilweise von tierischer Bestäubung.

Bezogen auf die produzierte Menge stammen ungefähr 35 % der weltweiten Nutzpflanzenproduktion von Pflanzen, deren Ertrag zumindest teilweise von tierischer Bestäubung beeinflusst wird.

Dazu tragen jedoch nicht nur Honigbienen bei.

Wildbienen und zahlreiche andere Bestäuber leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag.

Getreidearten wie Weizen, Reis und Mais gehören beispielsweise zu den bedeutendsten Nahrungspflanzen der Welt, sind aber nicht auf Bienenbestäubung angewiesen.

Hilft Imkerei automatisch Wildbienen?

Nein.

Honigbienenhaltung und Wildbienenschutz sind zwei unterschiedliche Dinge.

Imkerei kann landwirtschaftliche Bestäubungsleistungen bereitstellen und Imkerinnen und Imker können sich selbstverständlich für Blühflächen und Lebensräume einsetzen.

Eine hohe Dichte gehaltener Honigbienenvölker kann aber lokal auch Konkurrenz um Blütenressourcen für Wildbestäuber erzeugen.

Systematische Übersichtsarbeiten finden zunehmend Hinweise auf solche Konkurrenzsituationen, wobei deren Stärke von Landschaft, Blütenangebot und Bienendichte abhängt.

Wer Wildbienen schützen möchte, erreicht deshalb besonders viel durch geeignete Lebensräume:

  • vielfältige heimische Blühpflanzen,
  • lange Blühzeiträume,
  • Nistmöglichkeiten,
  • weniger Pestizidbelastung und
  • strukturreiche Landschaften.

Ein Glas Honig zu kaufen ist nicht automatisch eine Naturschutzmaßnahme.

Ist Honig vegan?

Nach der verbreiteten Definition von Veganismus: nein.

Die Vegan Society ordnet Honig als tierisches Produkt ein und schließt ihn von einer veganen Lebensweise aus.

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht, ob Honig Fleisch, Milch oder Eier ähnelt. Er wird von Tieren hergestellt und im Rahmen der Imkerei für menschliche Zwecke entnommen.

Auch Produkte wie:

  • Bienenwachs,
  • Propolis,
  • Gelée royale und
  • Blütenpollen aus der Imkerei

gelten nach dieser Definition nicht als vegan.

Aber leiden Bienen überhaupt?

Diese Frage lässt sich heute nicht mehr einfach mit „wahrscheinlich nicht“ beantworten.

Schmerzempfinden ist wissenschaftlich schwer nachzuweisen, weil subjektives Erleben nicht direkt gemessen werden kann.

Eine umfangreiche wissenschaftliche Übersichtsarbeit von 2022 untersuchte neurologische und verhaltensbezogene Kriterien für mögliche Schmerzerfahrung bei verschiedenen Insektengruppen.

Für erwachsene Hautflügler – die Gruppe, zu der Bienen, Wespen und Ameisen gehören – fanden die Forschenden substanzielle Hinweise auf die Voraussetzungen für Schmerzerleben.

Das beweist nicht, dass eine Biene Schmerz exakt so erlebt wie ein Mensch oder ein anderes Säugetier.

Es macht die pauschale Behauptung, Insekten könnten überhaupt keinen Schmerz empfinden, aber zunehmend schwer zu begründen.

Ist Honigproduktion Tierausbeutung?

Das ist keine rein naturwissenschaftliche Frage, sondern eine ethische Bewertung.

Wissenschaft kann untersuchen:

  • wie Honigbienen gehalten werden,
  • welche Eingriffe vorgenommen werden,
  • welche Auswirkungen Managementpraktiken auf Gesundheit und Verhalten haben und
  • welche Hinweise auf Empfindungsfähigkeit bestehen.

Ob die Nutzung eines Bienenvolkes zur Honigproduktion moralisch akzeptabel ist, hängt zusätzlich von ethischen Grundannahmen ab.

Wer Veganismus als Versuch versteht, die Nutzung von Tieren für menschliche Zwecke möglichst zu vermeiden, wird Honig normalerweise ablehnen.

Andere Menschen können zwischen verschiedenen Formen der Tierhaltung unterscheiden und kleinstrukturierte Imkerei für ethisch vertretbar halten.

Diese Wertentscheidung sollte von den zugrunde liegenden Fakten getrennt werden.

Ist Bio-Honig automatisch die tierfreundlichste Wahl?

Bio-Honig erfüllt zusätzliche gesetzliche Tierhaltungs- und Produktionsvorgaben, daraus folgt aber nicht automatisch, dass jeder Bio-Betrieb in jeder Hinsicht tierfreundlicher arbeitet als jeder konventionelle Betrieb.

Einige Bio-Regeln sind aus Tierschutzsicht durchaus relevant – beispielsweise:

  • das Verbot des Flügelstutzens von Königinnen,
  • ausreichende Wintervorräte,
  • eingeschränkte Zufütterung und
  • Vorgaben zu Standort und Behandlungsmethoden.

Darüber hinaus unterscheiden sich Imkereibetriebe erheblich in ihren konkreten Praktiken.

Wer Honig kauft und Tierwohl wichtig findet, kann deshalb zusätzlich direkt bei einer Imkerei nachfragen, wie dort beispielsweise:

  • Varroa behandelt wird,
  • Schwarmverhalten kontrolliert wird,
  • Königinnen gehandhabt werden,
  • Wintervorräte bemessen werden und
  • Honig geerntet wird.

Regional oder Bio: Was ist wichtiger?

Beide Kriterien beantworten unterschiedliche Fragen.

„Bio“ beschreibt bestimmte rechtlich geregelte Produktionsbedingungen.

„Regional“ beschreibt dagegen in erster Linie die geografische Herkunft und sagt allein wenig über Haltungsweise oder ökologische Kriterien aus.

Honig aus einer lokalen Imkerei bietet den Vorteil kurzer Transportwege und ermöglicht oft einen direkten Austausch über die Haltungsbedingungen.

Bio-Honig bietet dagegen kontrollierte zusätzliche Produktionsstandards.

Die persönlich beste Wahl hängt davon ab, welche Aspekte besonders wichtig sind.

Welche pflanzlichen Alternativen zu Honig gibt es?

Honig lässt sich beim Süßen in den meisten Rezepten problemlos durch pflanzliche Sirupe ersetzen.

Je nach gewünschtem Geschmack eignen sich:

  • Ahornsirup,
  • Agavendicksaft,
  • Dattelsirup,
  • Zuckerrübensirup,
  • Apfel- oder Birnendicksaft und
  • pflanzliche Honigalternativen.

Ist Zuckerrübensirup eine Eisenquelle?

Zuckerrübensirup kann im Vergleich zu Honig deutlich mehr Mineralstoffe enthalten, der Eisengehalt ist jedoch produktabhängig.

Ob ein konkretes Produkt als ernährungsphysiologisch relevante Eisenquelle bezeichnet werden kann, sollte deshalb anhand seiner Nährwertangaben beziehungsweise Herstellerdaten beurteilt werden.

Die pauschale Aussage aus dem ursprünglichen Artikel, Zuckerrübensirup sei grundsätzlich eine „gute Eisenquelle für Veganer“, würde ich heute nicht mehr so formulieren.

Kann ich Honig beim Backen 1:1 ersetzen?

Bei kleinen Mengen meistens ja, bei größeren Mengen nicht immer.

Honig beeinflusst nicht nur die Süße, sondern auch:

  • Feuchtigkeit,
  • Bräunung,
  • Geschmack und
  • Konsistenz.

Ahornsirup oder Agavendicksaft lassen sich in vielen Rezepten ungefähr in ähnlicher Menge einsetzen. Bei empfindlichen Backrezepten kann die Flüssigkeitsmenge anschließend etwas angepasst werden müssen.

Häufige Fragen zu Honig

Ist Honig pflanzlich?

Nein. Die Ausgangsstoffe Nektar oder Honigtau stammen zwar aus beziehungsweise von Pflanzen und pflanzensaftsaugenden Insekten, das fertige Produkt wird aber durch Honigbienen verarbeitet.

Ist Honig vegan?

Nach der üblichen Definition von Veganismus nein. Honig ist ein von Tieren hergestelltes Produkt.

Ist Bio-Honig vegan?

Nein. Bio beschreibt die Produktionsmethode, ändert aber nichts daran, dass der Honig von Bienen stammt.

Ist Honig gesünder als Haushaltszucker?

Honig enthält zusätzliche Pflanzenstoffe, Enzyme und Spurenelemente, besteht aber ebenfalls überwiegend aus Zucker. Seine Mikronährstoffmengen sind bei gewöhnlichen Portionen meist ernährungsphysiologisch gering.

Darf ein Baby Honig essen?

Nein, vor dem vollendeten ersten Lebensjahr sollte kein Honig gegeben werden. Grund ist das Risiko eines Säuglingsbotulismus.

Ist kristallisierter Honig schlecht?

Nein. Kristallisation ist ein natürlicher physikalischer Vorgang und kein Zeichen für Verderb.

Wie schnell Honig kristallisiert, hängt unter anderem vom Verhältnis verschiedener Zuckerarten und von der Lagertemperatur ab.

Rettet Honigkaufen die Bienen?

So pauschal nicht. Der Kauf unterstützt in erster Linie eine Imkerei und damit gehaltene Honigbienenvölker.

Für den Schutz bedrohter Wildbestäuber sind Lebensraum, Nahrungsangebot, Nistmöglichkeiten und eine geringere Belastung durch Umweltstressoren besonders relevant.

Fazit: Honig ist faszinierend – aber weder veganes Lebensmittel noch Vitaminbombe

Honig ist ein komplexes Naturprodukt, das durch das Sammel- und Verarbeitungsverhalten von Honigbienen entsteht.

Er besteht hauptsächlich aus Zucker und Wasser. Zwar enthält er Enzyme, organische Säuren, Polyphenole, Mineralstoffe und Vitamine, in normalen Verzehrmengen ist er aber keine bedeutende Quelle dieser Mikronährstoffe.

Bio-Honig unterscheidet sich durch konkrete EU-Vorschriften zur Bienenhaltung, Fütterung, Standortwahl und zu bestimmten Eingriffen. Einige meiner Aussagen von 2013 waren hierzu zu pauschal.

Auch beim Thema „Bienensterben“ lohnt sich die Differenzierung: Honigbienen sind gehaltene Nutztiere, während viele Wildbienen und andere Bestäuber tatsächlich unter Habitatverlust, intensiver Landwirtschaft, Pestiziden, Klimawandel und weiteren Belastungen leiden.

Und schließlich zur Ausgangsfrage:

Nach der üblichen Definition ist Honig nicht vegan.

Ob der Konsum bestimmter Formen von Honig persönlich als moralisch vertretbar angesehen wird, ist eine ethische Entscheidung. Die wissenschaftlichen Fakten können diese Entscheidung informieren – sie können sie uns aber nicht vollständig abnehmen.

Quellen und wissenschaftliche Grundlage

  1. Europäische Union: Richtlinie 2001/110/EG über Honig, in der aktuellen Fassung. Definition, Zusammensetzung und Qualitätsanforderungen an Honig.
  2. Europäische Union: Verordnung (EU) 2018/848 über die ökologische/biologische Produktion. Vorgaben für ökologische Bienenhaltung, darunter Fütterung, Standort, Varroa-Behandlung und Verbot des Flügelstutzens von Königinnen.
  3. Europäische Kommission (2024): Questions and answers on the implementation of EU rules on organic beekeeping.
  4. Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO): Global Action on Pollination Services for Sustainable Agriculture. Daten zur Bedeutung tierischer Bestäubung für Nutzpflanzen.
  5. IPBES (2016): Assessment Report on Pollinators, Pollination and Food Production. Globale Bewertung von Bestäubern und Bestäubungsleistungen.
  6. Europäische Kommission (2025): How can honeybees and wild pollinators co-exist? Einordnung von Honigbienenhaltung, Wildbestäubern und Konkurrenz um Ressourcen.
  7. Iwas A. et al. (2024): Neglecting non-bee pollinators may lead to substantial underestimation of competition risk among pollinators. Current Research in Insect Science, 6, 100093.
  8. Gibbons M. et al. (2022): Can insects feel pain? A review of the neural and behavioural evidence. Advances in Insect Physiology, 63, 155–229. DOI: 10.1016/bs.aiip.2022.10.001.
  9. Bogdanov S. et al. (2008): Honey for nutrition and health: a review. Journal of the American College of Nutrition, 27(6), 677–689. DOI: 10.1080/07315724.2008.10719745.
  10. Manickavasagam S. et al. (2024): Impact of prolonged storage on quality assessment properties and constituents of honey: A systematic review. Journal of Food Science. Einordnung der in Honig enthaltenen Vitamine und ihrer geringen ernährungsphysiologischen Mengen.
  11. Centers for Disease Control and Prevention (CDC, 2026): Foods and Drinks to Avoid or Limit. Empfehlung, Kindern unter zwölf Monaten wegen des Botulismusrisikos keinen Honig zu geben.
  12. The Vegan Society: General FAQs und Informationen zur Honigindustrie. Einordnung von Honig als tierisches und damit nicht veganes Produkt nach der Definition der Organisation.

Stand der wissenschaftlichen Überarbeitung: Oktober 2026. Aussagen über Tierwohl und Empfindungsfähigkeit sollten von ethischen Bewertungen getrennt werden. Die Forschung zu subjektivem Erleben und Schmerz bei Insekten entwickelt sich weiter; die derzeitige Evidenz rechtfertigt weder die Behauptung, Bienen empfänden sicher genauso wie Säugetiere, noch die pauschale Aussage, Insekten könnten grundsätzlich keinen Schmerz erleben.

Für den ursprünglichen Inhalt dieses Beitrags ist Alena Weil verantwortlich und besitzt die Rechte daran.

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13 Kommentare

  1. Ein sehr schöner ausführlicher Post...nr leider habe ich mit Honig nichts am Hut ....:( Aber finde ich gut, dass auch mal solche alltäglichen Dinge aufgegriffen werden :)

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  2. Ich hab noch nie so viel wie über Honig gelesen...aber sehr interessant :)

    LG Mona

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  3. ich liebe honig, die bienen leisten da schon einiges.. hoffen wir das es sie noch lange gibt :)

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  4. Ich esse allgemein keinen Honig, weil ich durch einen Onkel, der Hobbyimker war, gesehen habe, wie er hergestellt war. Agavendicksaft und Ahornsirup sind gute Alternativen.

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  5. Ich bekomme meinem Honig von einem Hobbyimker, der den Bienen einen Teil ihres Honigs lässt. Für mich eine Sache, die ich moralisch vertreten kann.

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  6. sehr interessanter Post, ich liiiebe Honig :))

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  7. wie interessant, ich hab mir auch noch nie große gedanken darum gemacht.. ich liebe honig, esse ihn aber eigentlich trotzdem recht selten. aber wenn, dann hab ich immer genug vorrat von meinem lieben opa, der IMMER wenn ich in die heimat komme, ein glas honig von imker aus der nachbarschaft mitgibt :) und das ist der leckerste honig den ich kenne :)
    liebe grüße,
    laura | www.diamondsandcandyfloss.com

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  8. Interessant, gibt vieles was ich vorher noch nicht wusste !

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  9. ein sehr interessanter post! ich persönlich weiß nicht ob ich noch weiter honig esse oder nicht..
    xx Marilena

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  10. Schön, dass pro- und contra-argumente gleichermaßen beleuchtet werden. das ist ja nicht oft so, wenn es darum geht, ob dinge moralisch vertretbar sind. ich habe schon gesehen, wie honig hergestellt wird, weil mein gastvater vom usa-austausch hobby-imker ist. bio-honig aus der region ist für mich völlig vertretbar und sogar förderungswürdig. allerdings esse ich auch keine massen an honig, nur mal im winter nen löffel in den tee.

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  11. Wirklich interessante Aspekte. Und ich muss sagen ich liebe Honig besonders in der Winterzeit. Zumal er sich auch gut haelt als Aufstrich :)

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  12. Ein wirklich gelungener Artikel, und sehr schön das auch der Zuckerrübensirup erwähnt wird. Der sollte in der Tat in keinem veganen Haushalt fehlen, der Abstand von Vitaminpräperaten nimmt. Es sei denn man isst Brennesseln, Petersilie oder beispielsweise Minze.

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  13. Leider werden die heimischen Bienen immer weniger. Sei es durch Krankheiten, den Winter oder gewisse äußere Einflüße. Und Imker werden es auch immer weniger. Vielleicht sollte man sich mal dem Thema annhemen

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