Weizenbrot mit Röstzwiebeln - wenig Hefe und lange Teigführung

Weizenbrot mit Röstzwiebeln - wenig Hefe und lange Teigführung
Weizenbrot mit Röstzwiebeln - wenig Hefe und lange Teigführung
Hallo meine Lieben!

Da meine Brot-Rezepte immer beliebter werden, habe ich heute für euch ein leckeres und besonderes Rezept für einfaches Weizenbrot. Die Geheimzutat für dieses köstliche Brot sind die Röstzwiebeln. Ja, richtig gelesen, Röstzwiebeln.

Röstzwiebeln sind knusprig und haben ein besonders intensives Aroma, welches sie an das Weizenbrot abgeben. Dadurch schmeckt es ganz anders (und wirklich lecker), aber dazu passt eben auch nicht jeder Brotbelag. Ich mache dann am liebsten deftige Sachen drauf, wie Aufstriche a la Leberwurst oder Räuchertofu. Mit Gemüseaufstrichen wie diesem leckeren Tomaten-Sonnenblumen-Aufstrich harmoniert dieses Brot leider nicht. Aber das macht nichts. Dieses Weizenbrot mit Röstzwiebeln ist köstlich - notfalls isst man es eben ganz klassisch mit Butter oder veganem Käse und veganer Wurst. Aber auch als Beilage für eine Suppe oder einen Eintopf ist dieses Brot gut geeignet. 

Wieso wenig Hefe und lange Teigführung beim Brot backen wichtig sind
Ich habe dieses Thema zwar schon oft angesprochen, aber ich glaube, ein "zu oft" gibt es nicht. Eine Studie aus Universität Hohenheim hat ergeben, dass sich sogar nach zwei Stunden Teiggehzeit die FODMAP-Elemente um 70 % reduzieren. Diese verursachen bei manchen Reizdarm-Patienten Schmerzen - von diesem Syndrom sind ca. 7 % der Bevölkerung betroffen. Deshalb ist es wichtig, das Brot mit wenig Hefe länger gehen zu lassen, um eine bessere Verträglichkeit zu erzielen. Aber auch wenn man Brot aus dem Supermarkt verträgt, empfiehlt es sich trotzdem Brot mit langer Teigführung und wenig Hefe zu backen, weil der Geschmack besonders intensiv und lecker ist - vor allem dann, wenn leckere Röstzwiebeln hinzugefügt werden!

Wieso man Brot selber machen sollte
Leider gibt es kaum noch Bäcker, die ihr Brot wirklich ganz klassisch selber backen - und ich sehe es nicht ein, Geld dafür auszugeben, dass mein Brot oder meine Brötchen beim Bäcker nur aufgebacken werden oder mit einer Teigmischung angerührt werden. Ich habe zwar in Nürnberg inzwischen einen Bäcker gefunden, der meinen Ansprüchen entspricht, aber das Glück hat leider nicht jeder.

Darüber hinaus gibt es viele Gründe, wieso man selber sein Brot backen sollte:
  • Selber backen ist günstiger - und das sogar bei Bio-Qualität! Inzwischen bekommt man gutes Mehl in Bio-Qualität sogar bei Drogerien.
  • Selber backen geht schnell - klar, man muss lange warten, weil eine lange Teigführung nun mal lange dauert. Aber in der Zeit muss man ja eben aktiv nichts machen.
  • Selbst gebackenes Brot ist gesünder und bekömmlicher! Das ist eigentlich selbst erklärend oder?
  • Selbst gebackenes Brot schmeckt besser! Ich muss mich wirklich zurückhalten, um nicht das ganze Laib Brot aufzuessen, wenn es frisch aus dem Ofen kommt.
  • Man weiß, was drin ist - es gibt auch keine Enzyme, die zugesetzt werden und auf der Zutatenliste nicht mehr auftauchen.
Brot backen im Topf - die Vorteile
Damit das Brot besonders schön aufgeht, ist es wichtig, dass in dem Backofen viel Dampf ist - dadurch wird auch die Kruste schön. Es gibt viele unterschiedliche Methoden, um den Dampf herzustellen - mir persönlich sind diese Methoden aber zu umständlich. Deshalb backe ich meine Brote grundsätzlich immer im Topf. Wenn der Topf gut ist, gibt er die Wärme gleichmäßig ab und im Inneren entsteht Feuchtigkeit, was alles in allem dafür sorgt, dass luftiges und knuspriges Brot entsteht - und das bei geringem Arbeits- und Zeitaufwand. Es gibt in meinen Augen wirklich keinen Grund, der dagegenspricht, das Brot in einem Topf zu backen!

Röstzwiebeln kaufen oder selber machen?
Ganz klar: das muss man für sich entscheiden. Die selbst gemachten Röstzwiebeln schmecken zwar besser, aber da nur eine geringe Menge für dieses Rezept benötigt wird, würde es sich nicht lohnen sie immer frisch zuzubereiten - also würde es am Ende darauf hinauslaufen, dass man die Röstzwiebeln selber macht und trocknet, um sie haltbar zu machen. Der Nachteil ist, dass die Küche dann sehr lange nach Gebratenem riecht - das mag ich nicht. Auf der anderen Seite hat man so keine unnötigen Zusatzstoffe - für die Zubereitung der meisten Röstzwiebeln wird Palmfett verwendet, welches nicht besonders gut für die Umwelt ist. Wenn man darauf verzichten will, lohnt es sich also Röstzwiebeln selbst zu machen. Wenn man aber spontan und ohne viel Vorbereitung dieses Weizenbrot mit Röstzwiebeln backen möchte, kann man auch auf die fertig gekauften Röstzwiebeln zurückgreifen.

Tipps für die Zubereitung:
Dieses vegane Weizenbrot mit Röstzwiebeln ist super einfach in der Zubereitung. Trotzdem möchte ich dir ein paar Tipps und Anregungen mit an die Hand geben, damit du das für dich beste Geschmackserlebnis aus diesem Rezept herausholst.
  • Verwende frische Bio-Hefe. Hefe ist ein lebender Organismus (nein, kein Tier), der, wenn er zu lange im Kühlschrank gelagert wird, auch seine Triebeigenschaften verliert.
  • Löse die Hefe in lauwarmen Wasser auf - wenn das Wasser heiß ist, stirbt die Hefe und der Brotteig geht nicht auf.
  • Hefe ist zickig - die Umgebungstemperatur sollte weder zu kalt noch zu heiß sein. Deshalb lasse ich den Teig am liebsten bei konstanter Temperatur im Kühlschrank gehen.
  • Bio-Weizenmehl 550 bekommt man inzwischen bei allen Discountern, Supermärkten und sogar in Drogerien. Alternativ geht aber auch Weizenmehl 405 (dann wird aber ggf. weniger Wasser benötigt).
  • Das Brot kann auch ohne eine Küchenmaschine zubereitet werden - aber mit der Hand zu kneten dauert eben länger.

Dieses vegane und einfache Rezept für Weizenbrot mit Röstzwiebeln ist herzhaft, schmackhaft, lange sättigend, knusprig und einfach nur köstlich. Jedoch muss man beim Belag aufpassen, weil nicht alles zu diesem Brot passt. Zudem ist dieses Rezept für alle geeignet, die sich vegan (und somit vegetarisch, eifrei, milchfrei, laktosefrei) ernähren. Darüber hinaus ist dieses Rezept für Weizenbrot mit Röstzwiebeln sojafrei, nussfrei, lecker und super einfach in der Zubereitung.

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Teig für Weizenbrot mit Röstzwiebeln - wenig Hefe und lange Teigführung

Rezept für Weizenbrot mit Röstzwiebeln 

Schwierigkeitsstufe: einfach
Menge: 1 Laib
Zubereitungsdauer: 10 Minuten
Stockgare: 48 h
Stückgare: 60-90 Minuten
Backdauer: 50 Minuten

Angaben pro Portion:
2126 Kalorien
23 g Kohlenhydrate
34 g Fette
3 g Eiweiß

Weitere Küchenutensilien:
Küchenmaschine inkl. Rührschüssel
Gärschüssel
Backofen inkl backofenfester Topf mit Deckel

Zutaten:

  • 500 g Weizenmehl 550
  • 350 g Wasser
  • 50 g Röstzwiebeln
  • 10 g Salz
  • 2 g frische Hefe
  • 15 g vegane Butter

Zubereitung:

  1. Die 2 g Hefe in lauwarmen 350 g Wasser zergehen lassen. 500 g Mehl hinzufügen und vier Minuten auf niedrigster Stufe kneten lassen. Danach 10 g Salz hinzufügen und weitere 2 Minuten kneten lassen. Danach 15 g vegane Margarine hinzufügen und 5 Minuten kneten lassen.
  2. Den Teig mit einem Deckel oder mit einem Wachstuch abdecken und 48 Stunden im Kühlschrank gehen lassen. Alternativ einen Topf mit Öl bestreichen, den Teig rundwirken, in den Topf legen, mit Deckel schließen und ebenfalls 48 im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Nach 24 Stunden Röstzwiebeln zu dem Brotteig hinzufügen und kurz einkneten. Danach den Teig rundwirken und wieder in die Schüssel legen und im Kühlschrank gehen lassen.
  4. Danach den Teig auf eine bemehlte Unterlage fallen lassen und vorsichtig (ohne Druck) mehrmals falten und rundwirken und in einen runden Gärkorb geben, sodass der Schluss unten ist, und ca. 90 Minuten gehen lassen.
  5. Wenn 60 Minuten vergangen sind, kann der Backofen auf 250 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt werden. Einen backofenfesten Topf mit Deckel ebenfalls mit aufheizen.
  6. Dann den Topf herausholen, Deckel abnehmen und das Brot langsam reingleiten lassen, wobei der Schuss jetzt oben ist, das Brot einschneiden und den Deckel schließen. Das Brot kommt bei 250 Grad für 30 Minuten in den Ofen. Danach den Backofen auf 220 Grad runterschalten und weitere 20 Minuten backen, wobei nach 10 Minuten der Deckel abgenommen wird, damit das Brot eine schöne Kruste bekommt.
Weizenbrot mit Röstzwiebeln - wenig Hefe und lange Teigführung

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